| "Im Moment bin ich vorsichtig optimistisch", sagte Lamprecht, der sowohl für Handys als auch Mobilfunknetzwerke zuständig ist, am Montagabend in Cannes im Interview mit Reuters. Die Branche benötige in den kommenden Quartalen aber noch mehr Stabilität.
Lamprecht gab sich mit Blick auf das Geschäft mit Mobilfunknetzwerken der dritten Generation (3G) - also etwa für UMTS - zuversichtlich. Unter den Mobilfunkausrüstern hält Siemens Mobile (ICM) einen Marktanteil von elf Prozent und liegt damit hinter Ericsson aus Schweden und der finnischen Nokia. Bei Mobilfunknetzwerken der dritten Generation kann Siemens allerdings einen deutlich höheren Marktanteil beanspruchen. "Es sind mehr als 20 Prozent", sagte Lamprecht.
Bis zum Jahresende will Siemens Mobile nach Lamprechts Worten über 20 Prozent seines Netzwerkgeschäfts im 3G-Bereich erlösen. Aktuell sind es 15 Prozent. Zugleich wiederholte der Bereichschef seine Prognose, wonach der Mobilfunk-Infrastrukturmarkt nach drei Jahren starker Einbrüche 2004 wieder prozentual einstellig wachsen soll. "3G entwickelt sich schneller als 2G vor zehn Jahren", resümierte Lamprecht mit Blick auf die vorangegangene Mobilfunk-Generation.
HOFFEN AUF STEIGENDE MARGEN
2004 wird Siemens, bei Handys weltweite Nummer vier hinter Samsung, Motorola und Nokia, mehr als 30 neue Modelle auf den Markt bringen. Im vergangenen Jahr waren es 26. Er hoffe darauf, dank zügigerer Produkteinführungen sowie einer einfacheren und günstigeren Organisation künftig die Margen zu heben, sagte Lamprecht. Von der wieder anziehenden Handynachfrage im vergangenen Jahr hatten die Münchener nur begrenzt profitiert. So erzielte Siemens im Auftaktquartal 2003/04 (zum 31. Dezember) bei einem Umsatz von 1,49 Milliarden Euro ein Ergebnis von 64 Millionen Euro. Dies entspricht einer Marge von gut vier Prozent - Marktführer Nokia kommt hingegen auf deutlich zweistellige Prozentsätze. "Wenn wir nicht an steigende Margen glauben würden, wären wir nicht in diesem Geschäft", sagte Lamprecht. Der zügigen Entwicklung und raschen Markteinführung neuer Produkte kommen dabei eine Schlüsselstellung zu.
Lamprecht ließ offen, ob Siemens 2004 wie im Vorjahr, als der durchschnittliche Verkaufspreis um rund 20 Euro auf unter 100 Euro sank, erneut mit einem drastischen Preisverfall bei seinen Handys rechnen muss. Hoffnungen auf ein neues 3G-Gerät von Siemens enttäuschte der Bereichschef. Die Kunden sollten vor Jahresende kein weiteres UMTS-Handy erwarten, sagte Lamprecht. |