Gerücht: Telekom will Festnetz und Mobilfunk vereinen
Telefonieren via Handy zu Festnetzpreisen oder darunter, das dürfte das Motto für viele neue Angebote in der deutschen Mobilfunklandschaft werden. Nach Vodafone und O2 bzw. E-Plus und simyo wird auch die Deutsche Telekom dem Trend der Konvergenz von Mobilfunk und Festnetz folgen. So soll auf der am Freitag beginnenden Internationalen Funkausstellung (IFA) ein Telefon vorgestellt werden, mit dem man sowohl im Festnetz als auch in den Mobilfunknetzen telefonieren kann. Die immer größer werdende Konkurrenz durch VoIP-Telefonie und die aggressive Festnetzkonkurrenz von anderen Mobilfunkanbietern zwingen die Bonner, jetzt etwas gegen den seit Jahren sinkenden Umsatz der Festnetzsparte zu unternehmen.

Erst kürzlich hatte E-Plus Deutschlands erste Flatrate für mobile Telefonie BASE eingeführt, mit der es sich für eine moderate Grundgebühr kostenlos ins deutsche Festnetz und zu E-Plus bzw. anderen BASE-Teilnehmern telefonieren lässt. Als problematisch bei dem Mischangebot aus Festnetz und Mobilfunk aus einer Hand könnte sich jedoch die ausgegliederte Organisationsstruktur der Deutschen Telekom erweisen, denn die Umsätze der Festnetzsparte gehören derzeit zum Bereich T-Com und die des Mobilfunks zu T-Mobile. Experten sehen gerade in den Verhandlungen über die Aufteilung der Umsätze Gründe das lange Zögern der Telekom zur Einführung eines solchen Angebotes.

Die Telekom, die vor Jahren noch ein in vier Sparten gegliedertes Unternehmen war, hat bereits seine Internettochter T-Online wieder in den Konzern zurückgeholt und muss sich beim weiteren Zusammenwachsen der Festnetz-, Breitband- und Mobilfunkmärkte neuen Herausforderungen an seine Unternehmensstruktur stellen.

So bieten T-Com und T-Mobile bereits mit der Notebookkarte ein Produkt an, das über seine W-LAN-Funktionalität sowohl als Produkt der Festnetzsparte (VoIP) als auch als Mobilfunkgerät (UMTS) nutzbar ist. Auf anderen Märkten bieten vergleichbare Konkurrenten wie BT bereits seit längerem sogenannte Festnetzhandys an, so dass sich der größte Telekommunikationskonzern Europas dem Trend nicht entziehen können wird. Mit Einzelheiten über die Strategie, die die Deutsche Telekom in den nächsten Monaten diesbezüglich einschlagen wird, dürfte man ab Anfang September rechnen können.

30.08.2005, 12:15 Uhr
 
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