| Bis Ende September soll die ehemalige Siemens Handy-Sparte, Siemens mobile, vollständig in den BenQ-Konzern eingegliedert sein. Jetzt jedoch gab es eine kleine Änderung im Plan. Demnach soll Siemens mobile separat weitergeführt werden. Die Geräte kommen also weiterhin mit dem Siemens-Logo auf den Markt.
So war es im Handelsblatt zu lesen. Wie die Zeitung berichtet, will BenQ sowohl die aktuellen als auch neu entwickelte Siemens-Mobilfunktelefone nun doch nicht unter dem eigenen Namen auf den Markt bringen. Statt dessen soll die Mobilfunksparte von Siemens als separates Unternehmen weiter geführt werden. Eine entsprechende Mitteilung wurde an die Siemens-Mitarbeiter weitergegeben.
Um diesen Plan zu realisieren, will der taiwanesische Konzern zwei Produktionshäuser aufbauen - davon soll sich eines auf den europäischen, eines auf den asiatischen Markt konzentrieren. Lediglich das Marketing werde von einer zentralen Stelle geleitet.
Das ist wohl die erste erfreuliche Mitteilung für die Siemens mobile-Belegschaft, die in jüngster Zeit gleich zwei schlechte Meldungen verkraften musste. Zum einen hatte BenQ für Mitte 2006 drastische Stellenkürzungen angekündigt, die durch die Verlegung der Produktion nach China bedingt seien, zum anderen musste BenQ bei seinen eigenen Handies einen starken Rückgang des Absatzes hinnehmen. Der Umsatz des Unternehmens fiel um 30 Prozent auf etwa 922 Millionen Dollar.
Mit der Ankündigung, Siemens mobile unter seinem ursprünglichen Namen weiter zu führen, trägt BenQ offenbar der starken Marktposition der Siemens-Marke Rechnung. Das Unternehmen hatte bereits bei der Übernahme angekündigt, hochwertige Geräte auch weiterhin unter dem Namen "Siemens" auf den Markt zu bringen. So verwundert es nicht, dass BenQ im gleichen Atemzug ein erstes Siemens Smartphone ankündigt - das P50.
Siemens P50
Siemens mobile selbst hatte lediglich erste, zaghafte Versuche unternommen, auf dem stark umkämpften Smartphone-Markt Fuß zu fassen. Zwar war das Siemens SX1, das auf der Symbian-Plattform basierte, recht vielversprechend, kam jedoch in Europa erst mit großer Verzögerung auf den Markt. Außerdem konnte es sowohl hinsichtlich seiner Größe als auch seines Gewichtes nicht mit der leichtfüßigeren Konkurrenz mithalten. Hier hat Siemens wichtige Marktanteile verschenkt. Mit dem jetzt neu vorgestellten BenQ P50 wollen die Taiwanesen jetzt alles richtig machen. Das spiegelt sich zu aller erst im Namen wieder: Das P50 wird als Siemens-Handy auf den Markt kommen. Das Gerät basiert auf dem Windows Mobile for Smartphone Betriebssystem und bietet eine umfassende Ausstattung.
Als Quad-Band-Gerät funktioniert das P50 in den GSM-Netzen 850, 900, 1800 und 1900 MHz und unterstützt GPRS der Klasse 10. UMTS hingegen wird nicht unterstützt. Dafür bietet das Handy eine 1,3-Megapixel Digitalkamera, Bluetooth und WLAN. Eine Mini-Tastatur unter dem großen Display soll die Eingabe von Texten erleichtern. Das hoch auflösende TFT-Display kann bis zu 262.144 Farben darstellen.
Wie BenQ ankündigt, soll das neue Gerät kurz nach Abschluss der Übernahme von Siemens mobile auf den Markt kommen. |