Was ist, was wird. Das BenQ Spektakel im Überblick
Si-Q - Siemens und BenQ vereint, getrennt, renoviert? Mit Spannung warten wir nun schon einige Zeit auf das S75, das uns hoffentlich mehr (im Vergleich zur Konkurrenz) bietet, als damals das S65.
Bis zur 55-Serie hat die Siemens-Politik ja tadellos funktioniert: Neue Features erst verbauen, wenn sie erprobt sind. Das Resultat waren robuste, solide und durchdachte Handys. Doch in den letzten Modellreihen gab es immer mehr Fehler und eine viel zu lange Entwicklungszeit, wodurch Neuerscheinungen der Konkurrenz weit hinterher waren.

Beim S55 war es ähnlich: Mitte des Jahres sollte es kommen, doch letztendlich hat Siemens es nach vielen Verschiebungen gerade noch ins Weihnachtsgeschäft geschafft. Eine ausgeklügelte Marketing-Strategie? Wohl eher nicht. Vielmehr hat Siemens entweder falsch oder zu wenig investiert, aber was auch immer der Grund gewesen sein mag, die Konsequenzen sind nun deutlicher als je zuvor.

Was Verluste bringt, muss weg

Schon im vergangenen Jahr konnte die Handy-Sparte von Siemens keinen Ruhm ernten. Das enttäuschende S65 war nur ein Grund für viele Millionen Euro Verlust. Im Juli 2005 wird Siemens-Mobile zum Verkauf angepriesen. BenQ zeigt sich interessiert und nach nun drei Monaten, nach dem OK der EU-Kommission und langen Verhandlungen, übernahm BenQ am ersten Oktober 2005 das operative Geschäft - sprich, etwa 7000 Siemens-Mitarbeiter wurden über Nacht zu BenQ-Angestellten.

Frischer Wind, Innovation, gute Aussichten?

Die Neuerungen, an denen es zuletzt fehlte, könnte BenQ nun daherbringen. Wenn das Ganze organisatorisch noch durchgesetzt wird (bis vor zwei Tagen fehlte es daran noch stark, wie wir mit einem Telefongespräch herausfanden), stehen die Chancen gut. Clemens J. Joos, Chef der neuen Firma "Si-Q", geht optimistisch voraus und will bis 2008 zehn Prozent des weltweiten Handymarktes im Besitz haben. Dabei verschweigt er dezent die angekündigte Stellenkürzung von fünf Prozent.

Nun soll bis zum Frühjahr 2006 noch auf allen Produkten der Name Siemens stehen - ein nur sehr kleiner Trost für Siemens-Fans. Dabei ist die Übernahme (die übrigens kein Kauf war - BenQ erhielt sogar 250 Millionen US-Dollar) schon fast vollzogen. Beide Unternehmen haben Webseiten erstellt, die Ihre Produktpalette anpreisen sollen:

Was dürfen wir von dem Umschwung erwarten? Bringt er uns verspielte Handys mit MP3-Playern und DigiCams, bleibt die starke S-Serie erhalten, und was ändert sich in Sachen Qualität? Bedarf zur Änderung ist auf jeden Fall vorhanden. Die nötige Erfahrung bringt BenQ mit - hier weiß man, was Kunden wollen. Und mit guter, alter Siemens-Qualität, wie sie noch irgendwo verhanden sein sollte, können wir Großes erwarten. Bleibt zu hoffen, das "Siemens BenQ Mobile" sich keine Fehler erlaubt...
9.10.2005, 16:50 Uhr
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