| Die Belegschaftsaktionäre von Siemens wollen dem Vorstand die Entlastung verweigern. Sie kritisieren, dass die Mobilfunksparte verantwortungslos verramscht worden sei.
"Mit dem Verschenken des Bereichs Mobilfunk inklusive eines stattlichen Aufgelds von 800 Millionen Euro für den taiwanesischen Erwerber hat der Vorstand einen Supergau in der Unternehmenspolitik und einen unübersehbaren Imageschaden für den Technologiekonzern Siemens verursacht", kritisierte der "Verein von Belegschaftsaktionären in der Siemens AG". Der Vorstand habe die Probleme in der Handysparte durch Marketingfehler und einen übertriebenen Sparkurs selbst verursacht.
Andere Aktionäre, andere Meinungen
Andere Investoren sehen die Geschäftspolitik von Siemens weitaus positiver: Siemens konzentriere sich erfolgreich auf profitable Sparten und sei deshalb für das nächste Jahr ein Top-Favorit unter den deutschen Aktien, sagt Wolfgnag Schuhmann, Fondsmanager von Gebser und Partner.
Siemens hatte das Geschäft mit Mobilfunkgeräten nach hohen Verlusten an den taiwanesischen BenQ-Konzern abgegeben. Dieses Schicksal könne auch jedem anderen Siemens-Bereich drohen, der die Renditeziele nicht erfülle, befürchten die Belegschaftsaktionäre. Der Verein lehnt auch die Dividendenerhöhung ab, die von der Hauptversammlung am 26. Januar beschlossen werden soll.
Furcht vor weiteren Verkäufen
In den vergangenen Monaten hatte es Spekulationen gegeben, Siemens könne sich von der IT-Tochter Siemens Business Service, SBS, und der Kommunikationssparte Com trennen, was Siemens-Chef Klaus Kleinfeld jüngst allerdings dementierte. |