| Der Siemens-Konzern will angeblich seine Kommunikationssparte Com aufspalten. Die einzelnen Arbeitsgebiete des Geschäftsfelds, das seit längerer Zeit mit hohem Aufwand saniert wird, sollten entweder verkauft oder in Kooperationen eingebracht werden, berichtete das "Manager Magazin" am Mittwoch unter Berufung auf Siemens-Manager vorab aus seiner neuen Ausgabe. Bei Siemens war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.
Siemens verhandele mit mehreren potentiellen Käufern
Über die Bereiche Mobilfunk- und Festnetze hat Com-Chef Thomas Ganswindt dem Bericht zufolge vor kurzem mit dem finnischen Konzern Nokia verhandelt. Zur Diskussion habe unter anderem ein Gemeinschaftsunternehmen gestanden. Die Gespräche seien geplatzt, weil Nokia nur an den profitablen Mobilfunknetzen, nicht aber an den verlustreichen Festnetzen interessiert gewesen sei.
Ebenfalls verkauft werden soll nach Informationen des Magazins das defizitäre Geschäft mit Kommunikationssystemen für Unternehmenskunden. Siemens verhandele hier mit mehreren potentiellen Käufern, darunter der Weltmarktführer für Telefonanlagen Avaya aus den USA.
Management-Buy-out
Auch das Geschäft mit Schnurlostelefonen und anderen Endgeräten soll dem Bericht zufolge in andere Hände übergehen. Konzernchef Klaus Kleinfeld hatte die Sparte bereits im vergangenen Herbst in die eigenständige Tochter SHC ausgegliedert. Nun werde bei SHC unter anderem über einen Management-Buy-out nachgedacht, schreibt das Magazin.
Sanierung der Sparte
Kleinfeld hatte bei seinem Amtsantritt vor gut einem Jahr angekündigt, dass alle Siemens-Geschäftsbereiche bis April 2007 ihre Margenvorgaben erreichen. Der größte Konzernteil Com, der 15 Prozent zum Umsatz beiträgt, müsste demnach die Umsatzrendite von jetzt 3,5 auf mindestens 8,0 Prozent steigern. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres hat die Sanierung der Sparte das Bereichsergebnis von 323 Millionen Euro mit 144 Millionen Euro belastet. |